Was steckt in eurem Müll? Wir machen Abfallanalysen für Sportvereine

Nach dem Heimspiel sind die Mülleimer voll, der Grill ist aus, die Halle muss schnell besenrein sein. Was da eigentlich in den Säcken landet, weiß kaum jemand. Genau das schauen wir uns an: Seit 2024 machen wir Abfallanalysen in Berliner Sportvereinen. Wir leeren Mülleimer aus, sortieren, wiegen und sehen uns an, woher der Abfall kommt. Diesen Sommer waren wir bei TuS Neukölln, beim Berliner Sport-Club (Basketballabteilung), bei den Freibeutern 2010 und beim Summer Bowl des AFCVBB, einem Flag-Football-Jugendturnier mit rund 2.000 Teilnehmenden.

Warum macht eine Abfallanalyse Sinn?

Wer weniger Müll will, muss erst wissen, welcher Müll entsteht. Eine Abfallanalyse macht sichtbar, was sonst im schwarzen Sack verschwindet:

  • Ihr seht, was wirklich anfällt. Oft sind es nicht die Dinge, die man erwartet. Häufig überraschen uns die Mengen an Essensresten, Einwegbechern oder Papierhandtüchern.
  • Ihr erkennt die Quellen. Kommt der Abfall vom Buffet, aus den Kabinen, von den Zuschauer*innen oder vom Caterer? Erst dann wisst ihr, wo ihr ansetzen müsst.
  • Ihr findet schnelle Erfolge. Manches lässt sich mit wenig Aufwand ändern, etwa mit beschrifteten Mülleimern oder Mehrwegbechern statt Einweg.
  • Ihr habt eine Grundlage für Gespräche. Mit konkreten Zahlen lässt sich besser mit Hallenbetreibern, Schulen oder Caterern über Biotonnen, Trennbehälter oder Mehrweg sprechen.
  • Ihr könnt Fortschritte messen. Wiederholt die Analyse nach einigen Monaten, dann seht ihr, was eure Maßnahmen gebracht haben.

So machen wir eine Abfallanalyse

  1. Vorbereiten: Gemeinsam mit euch suchen wir einen typischen Spieltag, ein Turnier oder ein Vereinsfest aus. Am Morgen werden alle Mülleimer geleert, damit wir nur den Abfall dieses Tages erfassen.
  2. Beobachten: Während der Veranstaltung schauen wir uns um. Wie werden Essen und Getränke ausgegeben? Wo stehen die Mülleimer? Gibt es Mülltrennung, Spülmöglichkeiten und Pfand? Dazu sprechen wir mit Menschen aus dem Verein.
  3. Sammeln und sortieren: Nach Spielende kommt alles auf eine Plane, auch der Abfall aus Kabinen und Toiletten. Mit 2–3 Helfer*innen aus dem Verein sortieren wir nach Restmüll, Bioabfall, Verpackungen, Papier und Glas.
  4. Wiegen und dokumentieren: Jede Abfallart wird gewogen und fotografiert. Daraus berechnen wir unter anderem die Abfallmenge pro Person. So lassen sich Spieltage vergleichen.
  5. Auswerten: Ihr bekommt einen kurzen Bericht mit den Ergebnissen, den wichtigsten Abfallquellen und dem, was bei euch schon gut läuft. Darauf aufbauend entwickeln wir gemeinsam Maßnahmen für euren Verein.

Das Sortieren ist übrigens oft der spannendste Teil. Viele Helfer*innen sind überrascht, wenn sie sehen, was alles zusammenkommt.

Mit unserem Leitfaden könnt ihr eine Abfallanalyse auch selbst durchführen

Ihr wollt den Abfall-Check lieber selbst durchführen? Im Leitfaden Abfall-Check zeigen wir Schritt für Schritt, wie ihr ihn vorbereitet, durchführt und auswertet, mit Checklisten und Tipps aus der Praxis. Ihr findet ihn zusammen mit unseren Leitfäden zu Abfallvermeidung und Abfalltrennung auf der Zero-ist-Hero-Website.

Ihr wollt eine Abfallanalyse in eurem Verein?

Ob Heimspiel, Turnier oder Sommerfest: Meldet euch bei uns unter kontakt@zerowasteverein.de! Wir besprechen gemeinsam, welche Veranstaltung sich eignet und wie wir euch unterstützen können.

Die Abfallanalysen 2026 sind Teil des Projekts „Zero Waste Games 2026“, gefördert von der Senatsverwaltung für Inneres und Sport.

Über Zero ist Hero

Mit Zero ist Hero unterstützen wir Berliner Sportvereine auf dem Weg zu weniger Abfall, vom ersten Abfall-Check bis zum abfallfreien Spieltag. Unsere Leistungen:

  • Beratung und Begleitung für Sportvereine zu allen Fragen rund um Abfallvermeidung
  • Durchführung von Abfallanalysen
  • Unterstützung bei der Umsetzung von Zero-Waste-Maßnahmen
  • Mitarbeit bei der Ausrichtung eines abfallfreien Spieltags, Turniers oder Events
  • Entwicklung von Zero-Waste-Konzepten für bestimmte Sportarten und Sportevents
  • Vernetzung von Vereinen zum Austausch über Zero-Waste-Themen
  • Entwicklung von Best Practices