Zero Waste Kids Supermarkt

Was wäre, wenn Kinder im Supermarkt selbst entscheiden dürfen – und die Konsequenzen sofort sehen? Genau das ist die Idee hinter dem Zero Waste Kids Supermarkt: einem neuen Bildungsformat von Zero Waste Berlin e.V., das im Herbst 2026 erstmals an einer Berliner Grundschule und im FEZ Berlin erprobt wird.

Pilotphase im Herbst 2026 – jetzt anmelden

Der Zero Waste Kids Supermarkt startet am 28. September 2026 mit einer zweiwöchigen Pilotphase in Kooperation mit dem FEZ Berlin. Das Angebot ist für Schulen kostenfrei – ermöglicht durch die Förderung der Stiftung Naturschutz Berlin.

Teilnehmen können Klassen der Jahrgangsstufen 3 bis 6. Ein Besuch dauert drei Stunden und kann in bestehende Unterrichtswochen eingebettet werden. Die Kapazität ist begrenzt. Anmeldung bitte bis 10. Juli 2026 unter

supermarkt@zerowasteverein.de.

Ein Supermarkt, der Fragen stellt

Eingepackte Gurke oder lose? Glasflasche oder Tetrapak? Plastiktüte an der Kasse oder eigener Beutel?

Im Zero Waste Kids Supermarkt treffen Kinder der Klassen 3 bis 6 genau diese Entscheidungen – in einem simulierten, begehbaren Supermarkt mit echten Regalen, real aussehenden Produkt-Attrappen und einer funktionierenden Kasse. Nur dass hier jede Entscheidung eine messbare Folge hat: Jedes Produkt trägt Müllpunkte. Wer zur Plastikverpackung greift, sammelt mehr davon. Wer zur losen Ware, zur Glasflasche oder zum eigenen Beutel greift, spart sie ein. Und das Besondere: Die Kinder kaufen zweimal ein.

Lernen durch Handeln – nicht durch Zuhören

Das Konzept folgt dem Prinzip des erfahrungsbasierten Lernens: Kinder konstruieren Verständnis durch eigenes Tun, nicht durch Frontalunterricht. Pädagogische Fachkräfte begleiten den Supermarktbesuch, erklären aber nicht – sie stellen offene Fragen, wenn ein Kind feststeckt.

Am Ende steht eine gemeinsame Reflexionsrunde: Was hat überrascht? Welche Alternative würde ich wirklich ausprobieren – und welche nie? Was erzähle ich heute Abend zu Hause?

Die letzte Frage ist dabei keine Nebensache. Kinder sind oft die überzeugendsten Botschafter*innen für Veränderung im Familienalltag.

Zweimal einkaufen – und den Unterschied erleben

Im ersten Durchgang gehen Kinder mit einem Einkaufszettel durch den Supermarkt – ohne Vorwissen, nach Instinkt. Was würden meine Eltern nehmen? Was kenne ich aus dem echten Supermarkt? Was sieht praktischer aus?

Im zweiten Durchgang stehen an jeder Station Informationsmaterialien bereit. Kinder erfahren, was in einer Plastikflasche Flüssigshampoo wirklich steckt (zu 90 Prozent Wasser), wie viele Rollen Klopapier eine Familie im Jahr verbraucht, welche ungewöhnlichen Alternativen es gibt. Am Ende zählt jede Gruppe ihre Müllpunkte aus beiden Durchgängen zusammen. Der Vergleich macht den Lerneffekt sichtbar: nicht als Belehrung, sondern als eigene Erkenntnis.

Fünf Stationen, fünf Perspektiven

Der Supermarkt ist in fünf Bereiche gegliedert, die jeweils einen anderen Aspekt des Themas beleuchten:

Obst & Gemüse zeigt, dass dasselbe Produkt mit und ohne Plastik existiert – und dass man seinen eigenen Beutel mitbringen kann.

Drogerie & Haushalt funktioniert als Rätselparcours: Kinder schätzen zuerst, wie viel Müll alltägliche Produkte erzeugen, und ordnen dann Probleme ihren Lösungen zu – Klopapier trifft Podusche, Plastikshampoo trifft festes Shampoo.

Backwaren dreht sich um eine einfache Idee: Wer einen Stoffbeutel oder eine Box mitbringt, braucht keine Plastiktüte. Kinder packen selbst ein.

Kühltheke & Trockenwaren führt in Pfandsysteme und Mehrweg ein – und enthält ein Rollenspiel: Ein Kind übernimmt die Käsetheke, die anderen kaufen mit eigener Box ein.

Kasse & Müllmessung macht die Gesamtbilanz sichtbar. Hier werden die Müllpunkte beider Durchgänge verglichen. Der Unterschied ist das Ergebnis der eigenen Entscheidungen.

Am Ende gibt es noch eine kleine DIY-Session: Die Kinder bekommen ihren eigenen Stoffbeutel, der sie zukünftig zum einkaufen begleiten wird, und dürfen ihn mit Textilmalstiften ganz nach ihrem Geschmack gestalten. 

Kernbotschaften

Der Supermarkt der Zukunft vermittelt nicht nur Wissen – er stärkt Kinder darin, dieses Wissen auch anzuwenden. Die sechs Kernbotschaften des Formats verbinden kognitive, emotionale und soziale Lernziele: Kinder verstehen die Probleme von Einwegmüll und kennen konkrete Alternativen. Sie erleben sich als handlungsfähig – beim Einkaufen, im Gespräch mit Erwachsenen, im Alltag. Und sie entwickeln den Mut, aktiv nach Mehrweglösungen zu fragen und ihr Wissen in die Familie und ihr soziales Umfeld weiterzutragen. Alle Stationen, Materialien und Moderationsimpulse sind konsequent auf diese Botschaften ausgerichtet.

Unterstützt von